| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Elbe-Elster | |
| Höhe: | 90 m ü. NN | |
| Fläche: | 40,55 km² | |
| Einwohner: | 9096 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 224 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 04910 (alt: 7904) | |
| Vorwahl: | 03533 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EE | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 62 124 | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 2 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstraße 12 04910 (alt: 7904) Elsterwerda |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dieter Herrchen (parteilos) | |
| Lage der Stadt Elsterwerda im Landkreis Elbe-Elster | ||
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Elsterwerda ist eine Kleinstadt im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster mit 9.096 Einwohnern (2007). Sie umfasst eine Fläche von 41 km² und befindet sich im Süden des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und an der westlichen Grenze des Schradens, einem Niederungsgebiet der Schwarzen Elster.
Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Hayn und wurde nach der Durchführung der Teilung Sachsens nach den Bestimmungen des Wiener Kongresses Teil des preußischen Landkreises Liebenwerda. Nach der Kreisgebietsreform in Brandenburg kam Elsterwerda 1993 zum neugebildeten Landkreis Elbe-Elster.
Die Stadt erfüllt seit 1995 gemeinsam mit Bad Liebenwerda die Funktion eines Mittelzentrums in Funktionsergänzung und wurde 2005 durch den Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverband mit dem Unternehmerpreis Kommune des Jahres ausgezeichnet. Ihr größter Industriezweig ist die Metallindustrie mit gegenwärtig 15 Unternehmen und zirka 700 Beschäftigten. Außerdem genießt die Stadt auf Grund ihrer vorhandenen Bildungseinrichtungen einen guten Ruf als Schulstadt.
Inhaltsverzeichnis
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Elsterwerda ist eine amtsfreie Gemeinde mit Stadtrecht seit 1364. Sie liegt im Süden Brandenburgs rund 50 Kilometer nördlich von Dresden. Zum 41 km² großen Stadtgebiet gehört der Ortsteil Kraupa, eine ehemals selbständige Gemeinde. Ferner umfasst das Stadtgebiet die Gemeindeteile Biehla und Krauschütz, die 1940 eingemeindet wurden, sowie Kotschka (seit 1974), Mitte und West.[1] In der Stadt befindet sich ein Eisenbahnknotenpunkt mit Direktanbindungen nach Leipzig, Berlin, Dresden, Chemnitz und Cottbus. Außerdem gibt es im Stadtgebiet gegenwärtig 32 Brücken.[2]
Elsterwerda liegt an der westlichen Grenze des Schradens, eines 15.000 Hektar großen Niederungsgebiets im Breslau-Magdeburger Urstromtal. Außerdem gehört die Stadt zum 484 km² umfassenden Gebiet des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Das Stadtgebiet wird von der Schwarzen Elster durchflossen. Der im 18. Jahrhundert erbaute Elsterwerda-Grödel-Floßkanal stellt eine Verbindung zur Elbe her und mündet hier in die Pulsnitz, kurz bevor diese auf 88,6 m ü. NN am Flusskilometer 71,09 in die Schwarze Elster eintritt.
An Elsterwerda grenzt im Norden die Kurstadt Bad Liebenwerda mit ihren ausgedehnten Waldgebieten der Liebenwerdaer Heide, im Nordosten das mit Streuobstwiesen durchzogene Gebiet der Gemeinde Hohenleipisch und im Osten das vom früheren Braunkohlebergbau geprägte Plessa. Das Stadtgebiet grenzt im Süden an die Schradengemeinden Gröden und Merzdorf. Im Südwesten und Westen von Elsterwerda schließt sich das Gebiet der Gemeinde Röderland an.
Die Morphologie der Landschaft um Elsterwerda ist maßgeblich von der vorletzten Eiszeit geprägt. Eine mehrere hundert Meter mächtige Schicht von Sand und Kies bedeckt das kristalline Grundgebirge. Die höchsten Erhebungen der Stadt sind mit 153 m ü. NN die Güterbank zwischen den Ortsteilen Kraupa und Biehla und im nordöstlichen Stadtgebiet der Kalkberg, mit einer Höhe von 113 m ü. NN. Beide entstanden während der Saalekaltzeit und gehören zur Hohenleipisch-Plessaer Endmoräne. Gemeinsam mit der Gröden-Ortrander Endmoräne, zu der auch Brandenburgs höchste topographische Erhebung, die Heidehöhe gehört, bildet sie die Elsterwerdaer Pforte. Mit einer Ausdehnung von sieben Kilometern zwischen Elsterwerda im Norden und Merzdorf im Süden ist sie die engste Stelle des Breslau-Magdeburger Urstromtals. Kleinere Braunkohlenlagerstätten wurden von Ende des neunzehnten bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auf Kraupaer Flur, wo das Flöz eine Mächtigkeit von zwei bis vier Lachter besaß, und auf Biehlaer Flur in der Grube Robert im Tief- und Tagebau abgebaut. In den Niederungsbereichen der Schwarzen Elster gibt es Vorkommen von Raseneisenstein mit einem Eisengehalt von 34 bis 50 %. [3][4][5]
Das Grundgebirgsstockwerk ist Teil der Saxothuringischen Zone des variszischen Grundgebirges. Die bei Rothstein aufgeschlossenen Kieselsinterhornsteine (Rothsteiner Felsen) sind proterozoischen Alters und bilden auch im Untergrund von Elsterwerda die ältesten Gesteinskomplexe. Es handelte sich ursprünglich um Grauwacken, welche durch unterkarbonischen Andesitvulkanismus verkieselt wurden. Die Mächtigkeit der Rothstein-Formation wird aufgrund von Forschungsbohrungen der SDAG Wismut auf etwa 1000 m geschätzt, das Alter wurde mit Hilfe von Zirkonanalysen auf etwa 566 ± 10 Millionen Jahre datiert. Wahrscheinlich ist, dass es sich um Fragmente eines marinen Kontinentalrand-backarc der Cadomiden handelt.[6]
Der Schraden, zu dem Elsterwerda gehört, liegt im sogenannten Schwarze-Elster-Bezirk des Binnenlandklimas, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar. Die spezifische Ausprägung der regionalen Klimaelemente ist gering entwickelt und wird im Wesentlichen durch die Besonderheiten des nach Ost-West orientierten Reliefs des Breslau-Magdeburger Urstromtals, sowie die dieses im Norden und Süden begrenzenden Höhenzüge der Endmoränen bestimmt. Dabei übt die Hohenleipisch-Plessaer Endmoräne eine gewisse Regenschattenwirkung auf die Niederungsbereiche aus.[7]
Der Schraden zählt mit einem Gebietsabfluss von unter 150 mm im Jahr zu den abflussärmsten Gebieten innerhalb Deutschlands. In den saisonal dürregefährdeten Bereichen treten Trockenperioden vor allem im Frühjahr, Herbst und Winter auf. Der Monat mit den wenigsten Niederschlägen ist der Februar, der niederschlagsreichste der Juli. Die mittlere jährliche Lufttemperatur beträgt an der 20 Kilometer nördlich gelegenen Wetterstation Doberlug-Kirchhain 8,5 °C. Dabei beträgt die Jahresschwankung zwischen dem kältesten Monat Januar und dem wärmsten Monat Juli 18,4 °C.[8]
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Monatliche Durchschnittsniederschlagshöhen für Elsterwerda von 1951 bis 1980[9]
Quelle: Luise Grundmann, Dietrich Hanspach, Der Schraden, S. 14 ISBN 978-3-412-10900-4
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→ Hauptartikel: Geschichte Elsterwerdas
Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung in Elsterwerda wurden an der Schwarzen Elster gefunden und stammen aus der späten Bronzezeit um 1200–1100 v. Chr.
Vor mehr als 1500 Jahren siedelten sich in der Umgebung der heutigen Stadt Germanen an, die wahrscheinlich zum Stamm der Semnonen gehörten. Die Spuren der relativ kurzen Besiedlung von nur einigen Jahrzehnten reichen bis in die Zeit der großen Völkerwanderung hinein. Danach blieb dieses Gebiet weitgehend siedlungsleer und Scherbenfunde im Bereich des Kalkberges sowie in der südlich vorgelagerten Niederung belegen hier erst wieder für die spätslawische Zeit Siedlungsaktivitäten.[16]
Die Burg Elsterwerda scheint im ausgehenden 12. bzw. im 13. Jahrhundert zur Sicherung des Flussübergangs, einer aus Halle/Leipzig kommenden und in Richtung Ortrand führenden Salzstraße sowie einer Überlandstraße, die von Großenhain in Richtung Luckau führte, errichtet worden zu sein und diente wahrscheinlich als vorgeschobener Stützpunkt der alten Burgwarte von Strehla und Boritz. Im Schutze der 1288 erstmals urkundlich erwähnten Burg entwickelte sich nördlich des Elsterübergangs im 13. Jahrhundert eine städtische Siedlung.[17]
Am 14. März 1211 wurde Elsterwerda erstmals in einer Urkunde erwähnt. Das Dokument wurde vom Bischof von Meißen ausgestellt und zeichnet eine Schenkung auf, die Heinrich von Strehla dem Kloster Altzelle machte. Von sieben Zeugen, die diese Urkunde unterzeichnet hatten, steht an vierter Stelle der Priester Rudolfus sacertos de Elsterwerden. Die westlich der Stadt zu findende Flurbezeichnung Alte Stadt und die ausgedehnte Flur lassen eine Ortsverlegung im Zuge der Stadtanlage beziehungsweise die Eingliederung benachbarter Dorfgemarkungen vermuten.
Aus einer Urkunde im Hauptstaatsarchiv Weimar vom 18. Februar 1326 ist zu schließen, dass die Burg Lehnbesitz des Heinrich von Köckeritz war. Am 21. Dezember 1343 wurde ein Konrad von Köckeritz als Herr von Elsterwerda in einer Urkunde genannt. Dem Geschlecht von Köckeritz, das bis Anfang des 16. Jahrhundert in Elsterwerda herrschte, gelang es, im Übergangsland zwischen der Mark Meißen und der Niederlausitz ein vom Amt unabhängiges Herrschaftsgebiet aufzubauen. Zur spätmittelalterlichen Herrschaft Elsterwerda gehörten die Dörfer Krauschütz, Biehla, Kotschka, Plessa, Dreska, Kraupa, Kahla, Frauendorf, Hirschfeld, Frankenhain (vermutlich die Wüstung Franken bei Hirschfeld), Strauch, Merzdorf und ein Teil von Großthiemig. Noch 1530 rechnete man diese Dörfer zur Elsterwerdaer Pflege. Die Köckeritze sanken allerdings später auf die Stufe von Raubrittern. Nach der Entführung des Hohenleipischer Pfarrers erschien 1509 Herzog Georg von Sachsen mit seinem Gefolge in Elsterwerda und nahm die Burg und die Stadt ein, da es Anzeichen gab, dass sich weitere Adlige dem Landfriedensbruch der Köckeritze anschließen wollten. 1512 zwang er schließlich die Köckeritze, ihren Besitz in Elsterwerda an ihn zu verkaufen und ließ die Herrschaft bis 1528 durch einen Amtmann verwalten und gliederte sie dann dem Hayner Amt an.
1364 bekam Elsterwerda das Stadtrecht verliehen. Drei Tore und eine Pforte schlossen die Stadt in der Nacht von allem Verkehr ab. Da die Schwarze Elster in zahlreichen Armen und Fließen, ähnlich der Landschaft im Spreewald, um die Stadt herum floss, bot dies einen sicheren Schutz, sobald die Tore geschlossen waren; sie hatte nie eine Stadtmauer. Noch 1711 nannte das Stadtbuch das Haynsche Tor und das Schlosstor im Süden der Stadt, sowie das Luckische Tor im Norden. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Oedersche Karte zeigt bereits die Häuserzeile, die sich gegenüber der Kirche St. Katharina befindet. Sie dürfte der älteste Teil der heutigen Stadt Elsterwerda sein. Die Kirche selbst war von einem Friedhof umgeben und an der Straße schloss sich nach Osten ein nahezu rechteckiger Stadtgrundriss an.
Durch den Frieden von Tangermünde kam das Land zwischen Elbe und Elster 1312 an Brandenburg und noch bis 1367 gehörten Burg und Flecken Elsterwerda, wo eine Pfarrkirche erstmals 1311 in einem Kopialbuch erwähnt wurde, dem Bistum Naumburg an. Um 1539 fand in Elsterwerda die erste evangelische Taufe statt und 1547 wurde nach der Durchsetzung der Reformation Magister Petrus Kezmann als Pfarrer in Elsterwerda eingesetzt. Außerdem wurde eine Knaben- und Mädchenschule eingerichtet. Im selben Jahr war Haubold von Maltitz (bis 1567) Herr von Elsterwerda. Ihm folgten sein Bruder Georg von Maltitz und 1586 Sigmund von Maltitz, kurfürstlich-sächsischer Stallmeister und Oberforstmeister zu Annaburg. Nach dem Tod Sigmunds erwarb die Familie von Rohr am 5. März 1612 den Besitz. Unter deren Einfluss fanden größere Bauvorhaben in Elsterwerda statt.
Elsterwerda wurde 1562 von einer schrecklichen Feuersbrunst fast ganz eingeäschert. In den folgenden Jahren fiel die Stadt noch viele Male dem Feuer zum Opfer. Eine Ursache dafür lag in der Bauweise der Häuser, deren Dächer mit Stroh und Schilf eingedeckt waren. Weitere verheerende Brände gab es 1569, 1621 und 1631.
Der Dreißigjährige Krieg brachte für die gesamte Gegend und die Stadt Elsterwerda viel Elend und Plünderungen durch durchziehende Truppen. Als Bürgermeister Nagel sich mit den Elsterwerdaer Bürgern im sumpfigen Gelände des Schradenwaldes zu verbergen suchte, soll ihm durch schwedische Truppen ein ähnliches Schicksal bereitet worden sein, wie dem Bürgermeister Borßdorff aus Liebenwerda, der 1634 ergriffen und an Pferde gebunden bei Zeischa zu Tode geschleift wurde. Zu dieser Zeit (1640) gehörte die halbe Stadt dem auf der Burg sitzenden Bernhard von Rohr. Die andere Hälfte war Erasmus von Maltitz untertan, der auf dem Rittergut in Krauschütz saß.
Der 1756 beginnende Siebenjährige Krieg hatte auch Auswirkungen auf das Elsterwerda umgebende preußisch-sächsische Grenzgebiet. Durchziehende Truppen suchten die Gegend immer wieder heim und die Preußen versuchten mit Zwangsrekrutierungen junge Männer aus den besetzten Gebieten in ihre Armee zu pressen. Am 10. Oktober 1757 versammelte der österreichische Reichsgraf Andreas Hadik von Futak sein kleines Korps im damals kursächsischen Elsterwerda. Die Stadt wurde Ausgangspunkt von Hadiks berühmt gewordenen Berliner Husarenstreich, bei dem er die preußische Hauptstadt Berlin am 16. Oktober 1757 für einen Tag besetzte und rund 200.000 Taler Kontribution eintrieb.[18]
Während der Befreiungskriege 1813 erlebte die Umgebung Elsterwerdas gewaltige Truppenbewegungen französischer und preußischer Kriegsverbände und in jenem Jahr zog auch Napoléon mit seinem Gefolge durch Elsterwerda. Kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig lagerte vom 28. bis 30. September 1813 das Korps von Gebhard Leberecht von Blücher mit 30.000 Mann in Elsterwerda und Kotschka. Etwa zur gleichen Zeit nahmen Ende September die Korps der Generäle Dobschütz und Tauentzien mit ebenfalls 30.000 Mann im nahe gelegenen Liebenwerda für zehn Tage Quartier.[19]Blücher bezog kurze Zeit später am 9. Oktober 1813 sein Hauptquartier in der Nähe von Leipzig und schlug am 16. Oktober in der Völkerschlacht bei Leipzig den Marschall Marmont bei Möckern vollständig.
Infolge der Bestimmungen des Wiener Kongresses 1815 gelangte Elsterwerda vom Königreich Sachsen an den Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen und der Kreis Liebenwerda entstand. 1852 begannen bei Zeischa Bauarbeiten zur Regulierung der Schwarzen Elster. Der Fluss bekam bis 1861 sein heutiges Bett und wurde durch Dämme eingedeicht. In Elsterwerda wurden die Gräben und Fließe, welche die Stadt durch- und umflossen, zum großen Teil zugeschüttet. Es entstanden an ihrer Stelle neue Straßen und Wohngebiete.
Von großer Bedeutung für die Stadt sollte der Bau der Eisenbahnstrecken sein. Am 1. Juni 1874 wurde die Oberlausitzer Eisenbahn von Kohlfurt über Biehla bis Falkenberg (später Wittenberg) übergeben. Ein Jahr später, am 2. Januar 1875, war der erste Spatenstich zur Elsterwerda-Riesaer Eisenbahn, wo bereits am 15. Oktober der erste Zug fuhr und fast zeitgleich setzte zuvor am 17. Juni der Zugbetrieb von Dresden nach Berlin ein. Der Eisenbahnknotenpunkt Elsterwerda war entstanden. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Eisenbahn zu einem der stärksten Wirtschaftsunternehmen der Stadt und auf Grund der günstigen Bahnverbindungen siedelten sich mehrere Industriebetriebe in Elsterwerda und Biehla an, was auch an der zunehmenden Einwohnerzahl zu spüren war.
Am 18. September 1882 wurde der Gerichtsbeamte Karl Wilhelm Albert Wilde als Bürgermeister in sein Amt eingeführt, der die Entwicklung der Stadt in der Folgezeit stark beeinflusste. In seiner Amtszeit siedelten sich bis zur Jahrhundertwende eine Reihe von kleinen Betrieben in Elsterwerda an, da der junge Bürgermeister seine besondere Aufmerksamkeit auf die günstige Verkehrslage der Stadt lenkte und Industrieunternehmen dafür begeistern konnte, sie zu nutzen. Das alte Ackerbürgerstädtchen wurde moderner und Elsterwerda und seine Einwohnerzahl wuchsen ständig. Die Übersiedlung von Fabrikarbeiter- und Eisenbahnerfamilien führte zeitweise zur Wohnungsknappheit. Nach zweimal zwölfjähriger Amtsdauer wählte die Stadtverordnetenversammlung Wilde 1906 zum Bürgermeister auf Lebenszeit.
Der Erste Weltkrieg bereitete dem weiteren Aufstreben der Stadt vorerst ein Ende. Zahlreiche Bürger wurden zum Kriegsdienst einberufen. Die Planung des mit 2.800.000 Mark veranschlagten Baus einer Kleinbahn von Mühlberg über Liebenwerda, Elsterwerda und die Schradendörfer nach Ortrand wurde auf Eis gelegt und später nie verwirklicht. Am 16. Oktober 1919 verstarb Bürgermeister Albert Wilde.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden wiederum Elsterwerdaer Bürger zum Kriegsdienst einberufen. Firmen mussten ihre Produktion umstellen. Bald arbeiteten dort auch Kriegsgefangene, die die einberufenen Arbeiter ersetzen mussten. Allein in der Steingut waren bis zu 70 Kriegsgefangene aus Frankreich und der Sowjetunion beschäftigt. Auch aus dem Kriegsgefangenenlager Stammlager IV B der deutschen Wehrmacht in der Nähe von Mühlberg wurden Insassen zur Zwangsarbeit in Elsterwerda verpflichtet.
Die ersten direkten Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges trafen die Stadt am 7. Mai 1944. Von den Tieffliegerangriffen waren Eisenbahnzüge und die Umgebung des Ortes betroffen. Nach einem Tieffliegerangriff am 16. April 1945 folgte am 19. April ein Großangriff von 500 amerikanischen Bombern auf die Stadt. Die meisten Betriebe in Elsterwerda wurden zerstört. Ein im Bahnhof stehender Munitionszug wurde getroffen, dessen Explosionen schwere Schäden auf dem Bahngelände und im Stadtzentrum verursachten. Der Bombenangriff kostete 26 Menschen das Leben. Am 22. April 1945 zog die Rote Armee in Elsterwerda ein. Gegen 5:30 Uhr sprengte die Wehrmacht die am 24. August 1898 eingeweihte Stahlbogenbrücke über die Schwarze Elster. Sie war die einzige Straßenverbindung nach Großenhain, Dresden und Riesa. Die Wucht der Explosion zerstörte dabei Gebäude in unmittelbarer Nähe der Brücke und einzelne Eisenteile flogen bis weit in die Stadt hinein. Insgesamt gab es im April 1945 etwa 75 Tote, die meisten davon waren Zivilisten, die aus Angst vor dem Einmarsch der Roten Armee Selbstmord begingen oder Widerstand leisteten.
Nach der Besetzung der Stadt ließ der sowjetische Stadtkommandant im Gebäude des heutigen Hotels Europäischer Hof eine Stadtkommandantur und im Amtsgericht eine Koordinierungs-und Auffangstelle für polnische Bürger einrichten, die während des Krieges in Elsterwerda und Umgebung arbeiten mussten. Sie wurden registriert, medizinisch versorgt und in der Stadt untergebracht. Zu diesem Zweck waren in der Stadt ganze Straßenzüge mit Holzverschalungen abgesperrt und wurden durch bewaffnete Posten kontrolliert. Erst nach zwölf Wochen konnten die ausquartierten Anwohner dieser Straßen ihre Wohnungen und Grundstücke wieder aufsuchen. Kurze Zeit nach dem Einmarsch der Roten Armee gab es Brandstiftungen im Ort, denen ein ganzes Geschäftsviertel am Markt und das Café Vaterland zum Opfer fielen. In dieser Zeit kamen viele Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer nach Elsterwerda, die versorgt und untergebracht werden mussten.
Nach der Gründung der DDR 1949 kam es am 17. Juni 1953 zum Volksaufstand. Während im Stahlwerk der benachbarten sächsischen Gemeinde Gröditz 800 Arbeiter die Arbeit niederlegten und sich die Belegschaften anderer Betriebe anschlossen, war es in Elsterwerda ruhig geblieben. Doch auch hier wurden Ausgangssperren und ein Versammlungsverbot verhängt. Die Rote Armee zog wieder durch die Straßen der Stadt.[20]
1961 feierte während der Festwoche vom 24. Juni bis 2. Juli 1961 die Stadt ihr 750-jähriges Bestehen. Es war das größte Fest in der Geschichte der Stadt. Der Höhepunkt der Festwoche war ein zwei Kilometer langer Festumzug durch die Stadt nach Krauschütz am 25. Juni. Etwa 30.000 Menschen säumten die Straßen als Zuschauer. In den folgenden Jahren wuchsen die Stadt und ihre Betriebe. Im Elsterwerdaer Stadtteil West wurden in der Zeit von 1955 bis 1980 Wohnblöcke mit insgesamt 805 Wohnungen im Auftrag der 1954 gegründeten AWG „7. Oktober“ gebaut.
Auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage der DDR kam es in den 1980er Jahren auch zu Problemen in Elsterwerda. Die ansässigen Betriebe hatten unter anderem mit fehlenden Devisen und ausbleibenden Modernisierungen zu kämpfen. Während der Wendezeit 1989 fuhren viele Elsterwerdaer zu den Montagsdemonstrationen nach Leipzig und als sich am 9. November 1989 die Grenzen öffneten, bildeten sich lange Schlangen vor dem Rathaus, um den begehrten Visum-Stempel im Ausweis zubekommen, der notwendig war, um nach Westdeutschland oder Westberlin fahren zu können. Am 16. November 1989 begannen auch in Elsterwerda erste Menschen auf die Straße zu gehen. 350 Bürger versammelten sich auf dem Markt und anschließend zog ein Demonstrationszug mit der Losung „Wir sind das Volk“ durch die Stadt. In der Folgezeit gab es jeden Tag um 19 Uhr einen Festgottesdienst in der Stadtkirche und am 23. November waren 500 Bürger auf dem Marktplatz versammelt.
Nach der Wiedervereinigung gingen viele Firmen der Stadt sowie aus der Umgebung in Konkurs und schlossen. Der Bahnhof Elsterwerda verlor als Verkehrsknotenpunkt an Bedeutung. Arbeitslosigkeit machte sich breit und viele Bürger gingen in den Westen Deutschlands, um dort ihr Geld zu verdienen. Aber auch neue Betriebe entstanden und man plante und realisierte auf den Feldern im Osten Elsterwerdas das Gewerbegebiet-Ost. Die Molkerei der heutigen Campina-Werke war dort einer der ersten ansässigen Betriebe. Das Gewerbegebiet-Ost ist inzwischen zu fast 100 Prozent ausgelastet.
In den 1990er Jahren kam es in Elsterwerda zu einer Reihe von Großbränden. Am 6. April 1995 kam es zu einem Brand des frisch renovierten Rathauses. Dabei erlitt das Gebäude durch das Feuer und die Löscharbeiten erheblichen Schaden. Im September 1997 folgte der Brand in der VÖWA, einem Betrieb im Gewerbegebiet West, der aus Recyclingmaterial Polyurethanplatten für die Auto-, Möbel- und Bauindustrie produzierte. Am 20. November 1997 kam es zur Brandkatastrophe auf dem Elsterwerdaer Bahnhof. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann getötet, ein weiterer verstarb später im Krankenhaus. Nur durch glückliche Umstände kam die Stadt bei der Katastrophe relativ glimpflich davon, denn der Lokschuppen des Bahnbetriebswerks in dessen Richtung die größte Wucht der Explosionen ging, wirkte wie ein Schutzschild vor dem angrenzenden Wohngebiet in Elsterwerda-West.
Umfassende Baumaßnahmen zur Verschönerung des Marktplatzes begannen im Februar 2007. Dabei wurde der alte Elsterbrunnen am 19. April 2007 abgerissen. Der erste Bauabschnitt konnte im Dezember 2007 mit einem neugestalteten Elsterbrunnen übergeben werden.[21]
Der heutige Elsterwerdaer Dialekt ist Teil der nordosterländischen Mundart des alten sächsischen Sprachgebietes, das sich unter dem Einfluss der niederdeutschen Besiedlung Sachsens zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert herausbildete und der Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe zugeordnet wird. [22]
Sorbisch wurde bis in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts im Bereich der ehemaligen Herrschaft Elsterwerda gesprochen, wie Aufzeichnungen des niedersorbischen Sprachforschers Pastor Mjertyn Mon (1848–1905) aus dem Jahr 1885 belegen. Wenn dieser den Zug in Plessa verließ und eine Fußwanderung nach Kahla und Dreska unternahm, hatte er oft Gelegenheit, die sorbische Sprache zu verwenden.
Elsterwerda galt lange als sorbische Sprachinsel, obwohl 1424 ein Verbot der wendischen Sprache in der Mark Meißen diese früh verdrängte. Die industriell-wirtschaftliche Erschließung des Gebietes um Elsterwerda setzte aber erst am Ende des 19. Jahrhunderts ein. Deshalb konnte sich die sorbische Sprache lange halten. Sorbisch wurde verstanden, gesprochen und in den benachbarten Dörfern Kahla, Plessa und Dreska gelegentlich gepredigt. [23]
Um 1700 gab es in Elsterwerda 825 Einwohner. 1801 hatte der Ort 885 Bewohner, sogenannte Ackerbürger, deren Haupterwerb aus Ackerbau und Viehzucht bestand. Die Einwohnerzahl der Stadt Elsterwerda stieg bis zum Jahr 1818 auf 943 an. Nachdem 1875 der Eisenbahnknotenpunkt Elsterwerda entstanden war, siedelten sich auf Grund der günstigen Bahnverbindungen mehrere industrieelle Betriebe in Elsterwerda und Biehla an, was auch an der Bevölkerungsentwicklung zu spüren war. Die Einwohnerzahl im heutigen Stadtgebiet stieg innerhalb weniger Jahrzehnte von 3193 im Jahr 1875 mit 7024 auf mehr als das Doppelte an und führte in dieser Zeit zeitweilig zu einer Wohnungsknappheit. Ihren Höhepunkt erreichte diese Entwicklung 1981 mit 11.572 Einwohnern. Seitdem sinkt die Zahl der Einwohner wieder. Nach der politischen Wende in der DDR 1989 gab es bis 2006 in der Stadt einen Verlust von ungefähr zweitausend Einwohnern.
| Einwohnerentwicklung der Stadt Elsterwerda inklusive seiner heutigen Ortsteile ab 1875[24] | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | ||||
| 1875 | 3193 | 1946 | 10966 | 1989 | 11255 | 1995 | 10656 | 2001 | 9937 | ||||
| 1890 | 3750 | 1950 | 11461 | 1990 | 11033 | 1996 | 10538 | 2002 | 9911 | ||||
| 1910 | 7024 | 1964 | 11157 | 1991 | 10947 | 1997 | 10442 | 2003 | 9804 | ||||
| 1925 | 8359 | 1971 | 11443 | 1992 | 10868 | 1998 | 10382 | 2004 | 9654 | ||||
| 1933 | 8738 | 1981 | 11572 | 1993 | 10793 | 1999 | 10334 | 2005 | 9456 | ||||
| 1939 | 9560 | 1985 | 11517 | 1994 | 10726 | 2000 | 10234 | 2006 | 9249 | ||||
Die Stadt Elsterwerda hat mit ihren Ortsteilen 9249 Einwohner. Pro Jahr verliert die Stadt ca. 1,5–2 Prozent ihrer Bevölkerung. Hauptursache ist eine höhere Sterberate gegenüber einer niedrigeren Geburtenrate. Ungefähr 20 Prozent des Bevölkerungsverlustes sind auf Abwanderung zurückzuführen.[25][26] Die Bertelsmann Stiftung, Wegweiser Demographischer Wandel, liefert Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland (Publikation Januar 2006). Für Elsterwerda wird ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 13,1 Prozent (1284 Personen) vorausgesagt.[27]
| Absolute Bevölkerungsentwicklung 2003–2020 – Prognose für Elsterwerda (Hauptwohnsitze) | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datum | Einwohner | Anteil 0-5-jährige |
Anteil 6-18-jährige |
Anteil 19-29-jährige |
Anteil 30-49-jährige |
Anteil 50-64-jährige |
Anteil 65-79-jährige |
Anteil über 80-jährige |
| 31. Dezember 2003 | 9.804 | 4,3 % | 11,7 % | 13,1 % | 29,6 % | 20,7 % | 15,6 % | 5 % |
| 31. Dezember 2005 | 9.583 | 4,4 % | 10,4 % | 13,1 % | 28,6 % | 20 % | 17,9 % | 5,6 % |
| 31. Dezember 2010 | 9.144 | 4,6 % | 8,4 % | 12,2 % | 26,1 % | 21,6 % | 19,9 % | 7,2 % |
| 31. Dezember 2015 | 8.812 | 4,4 % | 9,1 % | 9,7 % | 23,7 % | 24,9 % | 19,3 % | 8,9 % |
| 31. Dezember 2020 | 8.520 | 4,1 % | 9,1 % | 8,5 % | 22,6 % | 24,6 % | 19,1 % | 12 % |
In Rot auf grünem Hügel eine linkshin schreitende natürliche Elster, überhöht von drei silbernen Lilien.
Das Wappen stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein so genanntes redendes Wappen, weil die Elster vom Namen abgeleitet in das Wappen eingefügt wurde. Die Lilien stammen aus dem Wappen der Familie von Köckeritz, die als Lehnsleute des Naumburger Bischofs die Grundherren von Elsterwerda von 1367 bis 1512 waren.[28]
Die Elster und die drei Lilien findet man erstmals im Stadtbuch von 1711 belegt. Das damals verwendete Wappen wurde folgendermaßen beschrieben: Die Elster auf einem Ast stehend, zwischen zwei gekreuzten, beblätterten, in je drei Blüten endigenden Zweigen. Dieses Wappen wurde noch bis ins späte 19. Jahrhundert vom Magistrat zu Elsterwerda verwendet.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein Wappen mit folgender Beschreibung verwendet: In Rot auf grünem Hügel eine linksgestellte Elster, die rechte Kralle ausgestreckt. Der Schild ist oben links und rechts belegt mit 1 und 1/2 Lilien.
Um 1900 erschienen zwei Lilien im Wappen, die über der Elster schwebten. Von 1984 bis 1994 gab es zwei verschiedene Wappenversionen. Eine Variante rot auf grünem Hügel eine Elster nach links schreitend, in natürlichen Farben, überhöht von zwei silbernen Lilien, bei der anderen war der Hintergrund des Schildes längs geteilt in den Farben der Stadt Elsterwerda weiß-rot.
Seit 1994 wird das jetzige Wappen offiziell verwendet.[29]
Die Stadtverwaltung hat ihren Sitz im Elsterwerdaer Rathaus. Dem Bürgermeister der Stadt ist der Erste Beigeordnete unterstellt. Diesem folgen die drei städtischen Ämter Öffentliche Sicherheit, Soziales und Wirtschaftsförderung, Hauptverwaltung und Finanzen und das Bauamt.
Das Standesamt bietet seit 2006 neben einer Trauung im Trauzimmer des Rathauses auch die Möglichkeit an, in der 1629 erbauten historischen Saathainer Fachwerkkirche zu heiraten.
→ Siehe auch: Ehemalige Bürgermeister der Stadt Elsterwerda
Bei der Kommunalwahl vom 26. Oktober 2003 erhielt die CDU die meisten Stimmen. Es waren 8.228 Bürger wahlberechtigt. 3.240 machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 39,38 % entspricht. 96 ungültigen standen 9.362 gültig abgegebene Stimmen gegenüber.
Die Stadtverordnetenversammlung Elsterwerda zählt 18 Stadtverordnete und den hauptamtlichen Bürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied. Die Amtszeit des parteilosen Bürgermeisters Dieter Herrchen begann am 1. Februar 2002 und endet am 31. Januar 2010. Er gehört in der Stadtverordnetenversammlung keiner Fraktion an.
| Sitzverteilung seit der letzten Kommunalwahl am 26. Oktober 2003[30][31]: | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fraktion | CDU/ LUN[32] | SPD | Die Linke | Vereinigte Bürgerinitiative | Bürgermeister | ||||
| Stimmen | 3.763/ 554 | 2.379 | 1.942 | 724 | |||||
| in Prozent | 40,19/ 5,92 | 25,41 | 20,74 | 7,73 | |||||
| Sitze | 8 | 5 | 4 | 1 | 1 | ||||
Aus der Landtagswahl am 19. September 2004 ging die SPD als stärkste Kraft im Wahlkreis 37 (Elbe-Elster II) hervor. Frank Werner von der CDU wurde als Kandidat in den Landtag gewählt. Das Gesamtergebnis für Elsterwerda[33]:
| Partei | SPD | CDU | Die Linke | FDP | AfW[34] | Bündnis 90/Die Grünen | DVU |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kandidat | Detlef Leißner | Frank Werner | Ute Miething | Jens-Uwe Siebert | Harald Sacher | Helfried Ehrling | |
| Erststimme 2005 (%) | 19,3 | 26,6 | 32,7 | 5,2 | 13,1 | 3,1 | |
| Zweitstimme 2005 (%) | 29,3 | 21,4 | 25,0 | 3,4 | 2,0 | 1,6 | 12,2 |
Bei der Bundestagswahl am 19. September 2005 wurde Stephan Hilsberg von der SPD mit 34,8 % der Erststimmen im brandenburgischen Wahlkreis 65 (Elbe–Elster–Oberspreewald–Lausitz II) in den Bundestag gewählt. Von den 8.055 wahlberechtigten Bürgern nahmen 5.273 an der Wahl teil. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,5 %.[35]
| Partei | SPD | CDU | Die Linke | FDP | NPD | Bündnis 90/Die Grünen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kandidat | Stephan Hilsberg | Michael Stübgen | Hans Harald Gabbe | Ulrich Hartenstein | Manuela Kokott | Klaus Peschel |
| Erststimme 2005 (%) | 31,1 | 28,0 | 26,6 | 5,3 | 6,3 | 2,7 |
| Zweitstimme 2005 (%) | 28,5 | 25,3 | 27,7 | 7,8 | 6,1 | 6,1 |
Eine Städtepartnerschaft zwischen Elsterwerda und der Stadt Vreden in Nordrhein-Westfalen besteht seit dem 9. November 1990, eine weitere Partnerschaft unterhält Elsterwerda seit dem 23. Oktober 1999 mit der polnischen Stadt Nakło nad Notecią (deutsch: Nakel).
Eine der größten Veranstaltungen in Elsterwerda ist das Frühlingsfest im Gewerbegebiet-Ost, das jährlich im April von der Werbegemeinschaft Industrie- und Gewerbegebiet e. V. Ost veranstaltet wird und tausende Besucher aus der Stadt und deren Umgebung anzieht. 2008 findet das Fest zum zwölften Mal statt. Einheimische Firmen, die vorwiegend im Gewerbegebiet ansässig sind, nutzen das Wochenende, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Programm sind meist neben einem Vergnügungsmarkt ein Flohmarkt und andere von den Firmen organisierte Attraktionen. Ebenfalls viele Besucher zieht die 2008 zum sechsten Mal in der Elsterwerdaer Innenstadt stattfindende Historische Einkaufsnacht an. Zu diesem Fest öffnen ansässige Händler ihre Geschäfte und Höfe für den Publikumsverkehr und treten in historischen Gewändern auf.[36]Die alle zwei Jahre stattfindende AGREDA ist eine Agrar-, Erzeuger- und Verbrauchermesse mit einer überregionalen Wirtschaftsschau Brandenburg-Sachsen. Von April bis November jeden Jahres findet monatlich auf dem Elsterwerdaer Markt der Grüne Markt und im Dezember der Weihnachtsmarkt statt.[37]
Weitere kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen, finden meist in der Elbe-Elster-Halle, im Stadthaus gegenüber dem Rathaus, in der Stadtkirche oder in der Halle des Tenniscenters am Holzhof statt.
Im gemeinsamen Mittelzentrum mit Bad Liebenwerda erfüllt die Kurstadt die Funktion eines Kur-, Gesundheits-, Erholungs-, Wellness- und Tourismuszentrums mit den dort vorhandenen Einrichtungen wie den Fontana-Kliniken und der Lausitztherme Wonnemar. Elsterwerda ist verkehrstechnisch durch die B 101 mit Busverbindungen und die Eisenbahnstrecke Ruhland-Falkenberg gut angebunden. Mehrere Radwege verbinden die Stadt mit den Sehenswürdigkeiten im Umland, dem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft und dem angrenzenden Schradenland. So führt mit der 2007 eröffneten Tour Brandenburg auch der mit 1111 Kilometern längste Radfernweg Deutschlands durch die Stadt. Weitere Radrouten sind der Fürst-Pückler-Radweg, der 108 Kilometer lange Schwarze-Elster-Radweg[38] und die 2007 eröffnete Route Kohle-Wind & Wasser, ein 250 Kilometer langer energiehistorischer Streifzug mit 14 Stationen durch das Elbe-Elster-Land.[39] Mit dem Fahrrad kann man entlang des Elsterwerda-Grödel-Floßkanals in die südlich gelegene sächsische Stadt Gröditz fahren, wo unter anderem eine Schwimmhalle und das der Stadt Elsterwerda am nächsten gelegene Kino zu finden sind.
Außerdem bietet die Stadt Gästeführungen zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten an.
→ Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Elsterwerda
Das Schloss Elsterwerda entstand Anfang des 18. Jahrhundert als Jagdschloss am Standort einer vermutlich im 13. Jahrhundert errichteten Burg. Freiherr Waldemar von Loewendahl ließ Umbauarbeiten an einer im 16. Jahrhundert erbauten vierflügeligen Schlossanlage vornehmen. August der Starke, der 1727 in den Besitz des Schlosses kam, veranlasste nach Plänen seines Hofbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann weitere Umbauarbeiten und das Schloss erhielt seine gegenwärtige Gestalt. Ab 1858 diente das Schloss als Lehrerseminar, an dessen Stelle später andere schulische Einrichtungen traten.
In der evangelischen Kirche St. Katharina im Stadtzentrum befinden sich zwölf von Maltitzsche Bildnisgrabsteine, von denen neun aus dem 16. Jahrhundert und die übrigen aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die Kirche dürfte in ihren Grundzügen ein Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert sein. Die noch zu erkennenden Strebepfeiler deuten darauf hin, dass die Kirche ursprünglich überwölbt war. Im Dreißigjährigen Krieg stürzte das Gewölbe wahrscheinlich bei einem Brand ein und wurde später durch eine flache Decke ersetzt. 1718 erhielt der quadratische Turm der Kirche ein oktogonales Glockengeschoss, Schweifhaube und Zwiebel. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt der Kanzelaltar. Das achteckige Taufbecken mit gekreuztem Maßwerk wurde etwa in der Zeit von 1520 bis 1530 geschaffen und trägt am Schaft drei Lilien des alten Elsterwerdaer Adels-Geschlechtes von Köckritz. 1838 begann der Dobrilugker Maurermeister Weigelt die Gottesackermauer zu bauen, kam aber seiner Pflicht nicht nach, so dass die Arbeiten neu ausgeschrieben werden mussten. Bis auf das Tor wurde die Mauer 1841 fertig gestellt. 1903 wurden an den Turm zwei Aufgänge zu den Emporen angebaut. Umfangreiche Rekonstruktionsmaßnahmen an der Kirche fanden 1973 und in den 1990er Jahren statt.[40]
In der Heinrich-Heine-Straße befindet sich die kleine katholische Kirche Schmerzhafte Mutter. Unter Pfarrer Ferdinand Schnettler wurde sie nach einem Entwurf des Liebenwerdaer Architekten Carl Jost von Zimmermeister Heinze jun. erbaut und am 28. September 1913 eingeweiht. Die Kirche ist mit einer Orgel ausgestattet. Der Altar und das Ambo bestehen aus Sandstein. Im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme 2007 wurden im Kircheninneren Umbauten vorgenommen. Das Tonnengewölbe erhielt eine Profilholzverschalung und die Kirche wurde neu ausgemalt.[41]
Weitere Kirchen sind die neuapostolische Kirche in der Feldstraße und die 1961 eingeweihte evangelische Christus-Kirche auf dem Biehlaer Winterberg.
In unmittelbarer Nähe der Kirche St. Katharina befindet sich das Elsterwerdaer Rathaus. Der Rat der Stadt erwarb 1879 das Gebäude der Posthalterei für 26.400 Reichsmark vom Posthalter Mittag. Anschließend wurde es als Rathaus und Amtsgericht eingerichtet. Erste Umbaumaßnahmen nahm 1897 der Maurermeister Friedrich Jage vor. Seine heutige Gestalt erhielt das Gebäude bei umfangreichen Baumaßnahmen 1912, wobei drei weitere Türmchen aufgesetzt und zwei neue Eingänge eingebaut wurden. Der neugeschaffene Sitzungssaal wurde nach Plänen des Dresdner Kunstmalers Baranowsky ausgestattet. Im April 1995 wurden der Dachstuhl und die Innenräume durch Brandstiftung vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau des Gebäudes konnte das Haus im August 1996 wieder seiner Bestimmung übergeben werden.[42]
Elsterwerda erhielt als eine der letzten Städte im Kurfürstentum Sachsen 1738 eine Postmeilensäule. Ursprünglich befand sich diese am nördlichen Ende der früheren Landstraße und heutigen Hauptstraße am einstigen Luckischen Tor. Bürgermeister Wilde ließ die Postdistanzsäule, die abgetragen in der Wallstraße herumlag, während seiner Amtszeit restaurieren und am heutigen Standort, einem kleinem Platz in der Nähe der evangelischen Kirche, aufstellen. Die Umgebung der Säule wurde zu einem Schmuckplatz umgestaltet.[43][44]
Eines der ältesten Gebäude der Stadt war der Rautenkranz. Es war einst das vornehmste Gasthaus der Stadt. Bereits im Elsterwerdaer Stadtbuch von 1711 wurde das Gebäude als Feuerstätte Nr. 7 erwähnt. Allerdings kann nicht mehr festgestellt werden, wann dieses Gebäude erbaut wurde. Nachdem Ende des 16. Jahrhunderts der Postlinienverkehr durch Elsterwerda eingerichtet worden war, wurden hier und in der benachbarten Posthalterei die Pferde aus- und umgespannt. 1945 kam die Stadt in den Besitz des Gebäudes. Nach der Rückführung an den Alteigentümer 1995 wurde der Rautenkranz nach mehrmaligen Besitzerwechseln ab 1998 zum großen Teil abgerissen. Lediglich ein Raum mit historischem Kreuzgewölbe blieb beim anschließenden Wiederaufbau erhalten.[45][46]
Das historische Laubenganghaus der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ wurde 1720/25 am nördlichen Teilstück der Hauptstraße als typisches Ackerbürgerhaus erbaut und zählt zu den wenigen erhalten gebliebenen Fachwerkhäusern dieser Bauart in der Region. Hier finden Ausstellungen regionaler Künstler und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Eine ständige Ausstellung im Obergeschoss des Hauses würdigt das Schaffen des am 14. Januar 1879 in Elsterwerda geborenen Malers Hans Nadler und hebt seine enge Beziehung zur Stadt Elsterwerda hervor. Vor dem Gebäude befindet sich seit 1980 der durch den einheimischen Künstler Hans Eickworth geschaffene Eulenspiegelbrunnen.[47][48]
In der Elsterstraße befindet sich das Gebäude des ehemaligen Kaiserlichen Postamtes. Der Liebenwerdaer Königliche Kommissionsrat und Bauunternehmer C. Weiland ließ es 1904 vom Elsterwerdaer Maurermeister Friedrich Jage nach seinen eigenen Plänen bauen. 1999 wurde das Postamt geschlossen und in der Packhofstraße eine Postagentur eingerichtet. Gegenwärtig dient das Gebäude als Schulungszentrum zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften des Hotel-und Gaststättengewerbes.[49]
Eine weithin sichtbare Landmarke ist der Wasserturm in der Weststraße. Dieser wurde von 1905 bis 1906 an der heutigen Weststraße erbaut. Der Wasserturm wurde 1948 außer Betrieb gesetzt und sollte, nachdem auch die Bahn keine Verwendung für das Bauwerk hatte, in den 1980er Jahren abgerissen werden. Da sich Denkmalpfleger und der damalige Rat der Stadt für den Erhalt des technischen Denkmals einsetzten, wurde einer Sanierung zugestimmt und das Turmdach 1989 umfassend erneuert.[50][51]
Die ursprünglich 1804 bei Dobrilugk errichtete Bockwindmühle von Elsterwerda hat eine bewegte Geschichte. Heimatfreunde aus Elsterwerda und Umgebung trugen die Mühle, die zerfallen war, am alten Standort in der Nähe des Elsterwerdaer Bahnhofs ab und bauten das technische Denkmal auf einem Gelände neben dem Gewerbegebietes-Ost nach einer Restaurierung wieder neu auf. Eine Feldscheune neben der Mühle wurde zu einem kleinen Bauernmuseum ausgebaut und beherbergt historische landwirtschaftliche Geräte. In unmittelbarer Nähe eröffnete am 6. April 2007 der 30.000 m² große Erlebnis-Miniaturenpark und bietet neben maßstabsgetreuen Miniaturen von Sehenswürdigkeiten der Region ein Rosarium mit ca. 500 verschiedenen Rosensorten, eine 400 m² große LGB-Gartenbahnanlage, eine 680 m lange Parkeisenbahn Spur 7 1/4 Zoll, einen Mini-Lausitzring mit einer 170 m langen Rennstrecke für Modellautos, Abenteurritterburg und vieles mehr.
Der Elsterwerdaer Marktplatz befindet sich unmittelbar im Stadtzentrum und war von jeher Mittelpunkt des öffentlichen Lebens der Stadt. Um 1413 wurde erstmalig ein Brunnen auf dem Markt erwähnt. Bis 1621 befand sich am Markt auch das Rathaus der Stadt, welches aber nach einem Stadtbrand nicht wieder aufgebaut wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel ein angrenzendes Geschäftsviertel einem Großbrand zum Opfer. Während auf dem Trümmergrundstück des ebenfalls zerstörten Cafés Vaterland später ein Friseursalon entstand, wurde das Trümmerfeld des Geschäftsviertels in den Jahren 1952/53 unter Beteiligung der Bevölkerung beseitigt. Der Wunsch der ehemaligen Eigentümer, die Gebäude wieder aufzubauen, wurde von der Stadtverwaltung nicht genehmigt und es endstand 1967 im Zuge einer Umgestaltung des gesamten Marktbereiches eine Grünfläche mit Ziersträuchern. Später entstand dort der vom Elsterwerdaer Künstler Hans Eickworth gestaltete Elsterbrunnen. Der Bürgermeister-Wilde-Brunnen aus dem Jahr 1905 in der Mitte des Marktes wurde im Zuge der Bauarbeiten abgebaut. Seit 2007 wird der gesamte Marktplatz in drei Bauabschnitten umgestaltet; der dort errichtete Brunnen wurde abgerissen. Seit November 2007 besitzt der Markt einen neuen Springbrunnen, in dem die Figuren des alten Brunnens integriert wurden. Die Rasenfläche wurde im Zuge des ersten Bauabschnittes entfernt und mit Betonplatten ausgelegt.
Der Denkmalsplatz befindet sich am nördlichen Ende der Hauptstraße. Der einstige Scheunenplatz war im ausgehenden 19. Jahrhundert Ausgangspunkt der Erweiterung des Stadtgebietes nach Norden. An Stelle der Scheunen der Elsterwerdaer Ackerbürger entstanden Wohn-und Geschäftshäuser. Nach den deutsch-französischen Kriegen wurde hier eine 3,5 m lange Säule zum Gedenken der Gefallenen aus Elsterwerda und Krauschütz aufgestellt. Nachdem ein Sturm am 24. Januar 1884 das Denkmal zerstört hatte, wurde mit Hilfe von Spenden am 7. September 1890 ein neues Denkmal errichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde dieses auf den Stadtfriedhof umgesetzt und das aus Klinkern gemauerte VVN-Denkmal mit einer Schale errichtet. Der Platz wurde in Karl-Marx-Platz umbenannt. 1983 wurde die Schale entfernt und ein Karl-Marx-Büste auf den Sockel gesetzt. Die Büste wurde 1994 entfernt und nachdem man sie einige Jahre im städtischen Bauhof eingelagert hatte, am 1. Oktober 1997 im Stadtpark wieder aufgestellt.
Der einstige Postplatz befand sich bis 1995 in unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen Kaiserlichen Postamts. Während er Ende des 19. Jahrhunderts vor allem als Holzlagerplatz diente und deshalb auch die Bezeichnung Zimmerplatz trug, wurde er später als Festplatz und Parkplatz genutzt. Ab 1995 wurde er mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut und es entstand das Gebäude der Sparkasse Elbe-Elster, welche vorher ihren Sitz in der Berliner Straße hatte.[52]
Elsterwerda besitzt drei städtische Parkanlagen. Der Stadtpark befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Stadtfriedhofs an der Berliner Straße. Die letzte Beisetzung fand hier 1961 statt. 1982 wurde der Friedhof zur Kreisgedenkstätte für die Opfer des Faschismus umgestaltet. Im hinteren Teil der Anlage befindet sich ein 4 m hoher Block des Elsterwerdaer Künstlers Hans Eickworth mit Halbreliefplatten zu den Themen: „Der Leidensweg der Antifaschisten und ihre Befreiung durch Sowjetsoldaten“, „Jugend und Mutter – das Wiedersehen nach der Befreiung“, „Das jüdische Mädchen Anne Frank“, sowie „Weiterleben und Hoffnung in die Zukunft“. Im August 1997 wurde der Park zur öffentlichen Nutzung freigegeben. Auf dem Gelände befinden sich das Kriegerdenkmal, welches sich von l890 bis zum Ende des Zeiten Weltkrieges auf dem Denkmalsplatz befand, das Karl-Marx-Denkmal, welches ihm später folgte und seit 1997 im Stadtpark ist, sowie die Gräber des 1958 verstorbenen Malers Hans Nadler und des verdienstvollen Bürgermeisters Wilde, welcher 1919 verstorben ist.[53]
Der Schlosspark beginnt etwa 80 m hinter dem Elsterschloss und ist durch einen Dammweg über eine Niederung mit dem Schlossgelände verbunden. Er bildet mit dem sich anschließenden Krauschützer Park, auch Park II genannt, ein etwa ein Kilometer langes zusammenhängendes Band. Beide wurden von unterschiedlichen Stilepochen geprägt und besitzen gegenwärtig einen eher waldartigen Charakter. Der Schlosspark hat seinen Ursprung im einstigen Barockgarten, welchen Maria Josepha von Österreich um 1730 durch Karl Siegmund Emmerich anlegen ließ. An beiden Seiten einer Lindenallee wurden streng geometrisch geformte Heckenquartiere angelegt, welche als Gesellschafträume im Freien gedacht waren, aber in der Gegenwart kaum noch zuerkennen sind. An ihrer Stelle befinden sich im 19. Jahrhundert gepflanzte Rotbuchen. Unmittelbar vor der Pulsnitzbrücke befinden sich an der Dresdner Straße Reste von Englischen Partien, welche hier offenbar im Übergangsstadium zum Landschaftpark um 1800 entstanden sind.
Linksseitig der Dresdner Straße befindet sich entlang der Pulsnitz der Krauschützer Park, welcher um 1880 als landschaftliche Anlage entstand. Die Arbeiten wurden durch einen von Postverwalter Gründler angeregten Verschönerungsverein durchgeführt. Es wurden Ruheplätze und großzügig geführte Parkwege in einem bis dahin fast unbegehbaren Wäldchen geschaffen.
Am Eingang zum Stadtpark befindet sich das sogenannte Heldentor. Dieses wurde 1924 zu Ehren der