| 10. Wiener Gemeindebezirk | |
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| Wappen | Karte |
| Name: | Favoriten |
| Fläche: | 31,8 km² |
| Einwohner: | 169.578 (1. Jänner 2007)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 5.255 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 1100 |
| Adresse des Bezirksamtes: |
Keplerplatz 5 1100 Wien |
| Offizielle Website: | www.wien.gv.at/favoriten |
| Politik | |
| Bezirksvorsteher: | Hermine Mospointner (SPÖ) |
| Bezirksvertretung (60 Bezirksräte) |
SPÖ 36, FPÖ 12, ÖVP 7, Grüne 5 |
Favoriten ist der 10. Wiener Gemeindebezirk und mit rund 170.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste der Stadt. Hier wohnen etwa 10 % aller Einwohner Wiens. Die ehemalige Siedlung vor der Favoriten-Linie wurde 1874 nach Wien eingemeindet, südlichere Bezirksteile kamen später hinzu.
Inhaltsverzeichnis |
Der Bezirk Favoriten erstreckt sich von den Anlagen der Südbahn im Norden und dem Südbahnhof im Nordosten über den Wienerberg und den Laaer Berg bis zum Liesingtal im Süden, wo er an die niederösterreichischen Gemeinden Hennersdorf, Leopoldsdorf und Schwechat grenzt. Im Westen grenzt er an den 12., Meidling, im Südwesten an den 23. Bezirk, Liesing, im Norden an die Bezirke 5 und 4, Margareten und Wieden, im Osten an die Bezirke 3 und 11, Landstraße und Simmering. Favoriten ist der bevölkerungsreichste Wiener Gemeindebezirk. Im Süden quert der im Wienerwald entspringende Liesingbach den Bezirk; er mündet knapp außerhalb Wiens in die Schwechat, die kurz darauf in die Donau mündet.
Favoriten besteht aus den Katastralgemeinden Favoriten, Inzersdorf-Stadt, Rothneusiedl, Unterlaa, Oberlaa-Stadt und Oberlaa-Land sowie aus kleinen Teilen der Katastralgemeinden Kaiserebersdorf und Simmering.
Den nördlichen Teil des Bezirks bildet das historische Favoriten (Arbeiterbezirk), ein zumeist rasterförmig bebautes Wohngebiet mit vielfach über 100 Jahre alten Häusern und dazwischen liegenden Industriebetrieben (etwa dem Komplex der Ankerbrot AG). Am westlichen Bezirksrand stehen einander zwei sehr kontrastreiche Bebauungen gegenüber: der in der Zwischenkriegszeit entstandene George-Washington-Hof als stilvoller Gemeindebau - und der 1990-2000 erbaute Business Park Vienna samt Vienna Twin Tower (Hochhäuser), südlich begrenzt vom vierzig Jahre älteren Philipshaus an der Triester Straße in der Architektur klassischer Moderne.
Im nördlichsten Teil des historischen Favoriten wird bis etwa 2012 der neue Hauptbahnhof Wiens entstehen. Nach der Absiedlung des daran anschließenden alten Frachtenbahnhofs wird auf dem so genannten Ostbahnhofgelände ein großer neuer Bezirksteil entstehen.
An das dicht verbaute Gebiet schließt südlich ein (unterbrochener) Grüngürtel mit Golfplatz, Matsumae-Budo-Center, Erholungsgebiet Wienerberg, Volkspark und Sommerbad Laaer Berg und Erholungsgebiet Laaer Wald (Naturschutz) an. Hier entstand am Nordhang des Laaer Bergs 1882 der Böhmische Prater als kleines Vergnügungszentrum.
Dieser Grüngürtel wird südlich von großen kommunalen Wohnhausanlagen (Siedlungen Wienerberg und Wienerfeld, Per-Albin-Hansson-Siedlungen West, Ost und Nord) und vom Siedlungsgebiet an der Bitterlichstraße begrenzt. Im Osten schließen der Kurpark Oberlaa mit dem Kurzentrum, Felder und Weingärten und der Zentralverschiebebahnhof Wien (der sich im zur Stadt Schwechat gehörigen Dorf Kledering fortsetzt), an. Diese Bezirksteile werden südlich von der Donauländebahn, bis 1938 Stadtgrenze Wiens, begrenzt.
Die südlich der Bahn teils an der Liesing gelegenen Orte Rothneusiedl, Oberlaa und Unterlaa (1938 eingemeindet, seit 1954 zum 10. Bezirk gehörig) haben sich als eigenständige Subzentren erhalten. Zwischen diesen Orten und der südlichen Stadt- und Bezirksgrenze liegen ausgedehnte Felder, die von Wiener Bauern bewirtschaftet werden.
Eine Gliederung des Bezirksgebiets besteht ferner in den 22 Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die Grenzen der Zählbezirke Unterlaa, Oberlaa und Rothneusiedl unterscheiden sich dabei von jenen der gleichnamigen Katastralgemeinden. Die Siedlungen Wienerfeld, Per Albin Hansson-NW und Per Albin Hansson-Ost bilden ebenfalls eigene Zählbezirke. Zehn Zählbezirke tragen die Namen von Straßen und Plätzen: Gellertplatz, Hebbelplatz, Quellenplatz, Arthaberplatz, Erlachplatz, Belgradplatz, Triester Straße, Neerwindenplatz-Raxstraße, Humboldtplatz und Eisenstadtplatz. Nach Flurnamen und Gebäudekomplexen benannt sind die Zählbezirke Heuberggstätten, Laaer Berg und Goldberg sowie Südbahnhof, Franz Josef-Spital und Wienerberger Ziegelfabrik.
Der Name „Favoriten“ leitet sich von der Favorita, einem einstigen Jagdschloss, her. Der barocke Komplex ist nur teilweise erhalten, gehört zum 4. Bezirk Wieden und beherbergt das Theresianum, eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. Von dort führte die heutige Favoritenstraße zum „Favorithen-Thor“ des Linienwalls (der äußeren Befestigungsanlage Wiens). Die außerhalb des Walls – vor allem im Zuge des Baues der Süd- und der Ostbahn – entstandene Siedlung nannte man Siedlung vor der Favoriten-Linie.
1874 wurde die genannte Siedlung als 10. Bezirk Wiener Stadtgebiet eingemeindet (die erste Eingemeindung außerhalb des Linienwalls). Erster Bezirksvorsteher war Johann Heinrich Steudel, der in der Siedlung ein Wirtshaus betrieb. Mit fortschreitendem Wachstum der Wohn- und Industriegebiete wurde der Bezirk im Jahre 1890 erheblich Richtung Süden erweitert. 1945 bis 1955 war Favoriten Teil des sowjetischen Sektors im von den Alliierten besetzten Wien. Die letzte Erweiterung erlebte Favoriten 1954, als die ehemaligen Dörfer Rothneusiedl, Oberlaa und Unterlaa (bereits 1938 an den „Reichsgau Groß-Wien“ angeschlossen) Teil des 10. Bezirks wurden.
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Bevölkerungsentwicklung
Daten lt. Statistik Austria [6]
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Der Bezirk Favoriten umfasste 1869 nur 22.340 Einwohner. Durch den enormen Zustrom von Arbeitern in das Bezirksgebiet bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs versiebenfachte sich die Bezirksbevölkerung bis 1910 auf 159.241 Einwohner. Danach konnte der Bezirk seine Bevölkerungszahl bis in die 30er Jahre nahezu halten, ehe die Einwohnerzahl um den Zweiten Weltkrieg und in den 40er Jahren deutlich sank. Im Gegensatz zu vielen Innenstadtbezirken stieg die Bevölkerungszahlen in den 50er und 60er Jahren wieder deutlich an, da im Bezirksgebiet genügend Flächen für Neubauten vorhanden waren, um den gesteigerten Wohnraumbedarf zu befriedigen. Ab den 70er Jahren begann die Bevölkerungszahl zu stagnieren, seit 2001 ist die Zahl der Einwohner jedoch wieder deutlich gestiegen und betrug Anfang 2007 169.578 Menschen.
Die Altersstruktur der Favoritener Bevölkerung wich 2001 kaum vom Wiener Durchschnitt ab. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren lag mit 14,6 %, im Bereich des Wiener Durchschnitts von 14,7 %. Der Anteil der Bevölkerung zwischen 15 und 59 Jahren war mit 62,6 % (Wien: 63,6 %) hingegen unter dem Durchschnitt. Hierbei wies Favoriten insbesondere in den jüngeren Bevölkerungsschichten Defizite auf, während die Zahl der Menschen im Alter von 60 oder mehr Jahren mit 22,8 % über dem Wiener Wert von 21,7 % lag. Die Geschlechterverteilung lag im Bezirksgebiet bei 47,7 % Männern und 52,8 % Frauen, die Anzahl der verheirateten Favoritner lag mit einem Anteil von 42,9 % gegenüber 41,2 % über dem Durchschnitt Wiens.[2]
Der Anteil der ausländischen Bezirkseinwohner lag 2005 bei 20,2 % (Wien: 18,7 %), und weist gegenüber 2001 (16,5 %) wie im gesamten Bundesland eine steigende Tendenz auf. Den höchsten Anteil der Ausländer stellten 2005 mit rund 5,5 % Anteil an der Bezirksbevölkerung Staatsbürger aus Serbien und Montenegro. Weitere 3,9 % waren türkische, 1,6 % bosnische, 1,3 % polnische, 1,2 % kroatische und 0,6 % deutsche Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 23,7 % der Favoritner Bevölkerung nicht in Österreich geboren. 6,8 % sprachen daher als Umgangssprache Serbisch, 7,4 % Türkisch und 2,6 % Kroatisch.[2] [3]
Das Religionsbekenntnis der Bevölkerung im Bezirk Favoriten wies bei der Volkszählung 2001 insbesondere beim Anteil der islamischen Bevölkerung Abweichungen vom Durchschnitt Wiens auf. 2001 gaben 47,0 % der Bewohner an, der römisch-katholischen Kirche anzugehören (Wien: 49,2 %). 11,2 % der Bewohner waren islamischen Glaubens (Wien: 7,8 %), 6,4 % gehörten der Orthodoxen Kirche an und 4,1 % waren evangelisch. 26,5 % der Bezirksbevölkerung gehörten hingegen keiner Religionsgemeinschaft an, 4,9 % hatten kein oder ein anderes Religionsbekenntnis angegeben.[2]
| Bezirksvorsteher seit 1945 | |
|---|---|
| Eduard Friemel (KPÖ) | 4/1945–7/1945 |
| Karl Kempf (KPÖ) | 7/1945–1946 |
| Karl Wrba (SPÖ) | 1946–1966 |
| Emil Fucik (SPÖ) | 1966–1977 |
| Josef Deutsch (SPÖ) | 1977–1984 |
| Leopold Prucha (SPÖ) | 1984–1994 |
| Hermine Mospointner (SPÖ) | 1994– |
Als Arbeiterbezirk ist Favoriten politisch traditionell von der SPÖ geprägt, die seit 1946 durchgehend den Bezirksvorsteher stellt. In der Regel erreichte die SPÖ in Favoriten eine absolute Mehrheit, die erst durch den Aufstieg der FPÖ Ende der 80er Jahre gefährdet wurde. 1996 gelang der FPÖ in Favoriten ein Zuwachs von 8,6 %, wodurch erstmals die absolute Mehrheit der SPÖ gebrochen wurde. Durch den allgemeinen Abstieg der FPÖ gelang der SPÖ jedoch bereits 2001 die Revanche und sie eroberte die absolute Mehrheit zurück. 2005 konnte die SPÖ weiter leicht zulegen, während die FPÖ weiter leicht an Stimmen einbüßte. Die ÖVP spielt in Favoriten kaum eine Rolle, sie konnte in den letzten 15 Jahren nie mehr als rund 12 % erreichen. Auch die Grünen liegen in Favoriten weiter unter ihrem Wienweiten Durchschnitt.
| Jahr | SPÖ | ÖVP | FPÖ | Grüne | LIF | Sonstige |
| 1991 | 56,8 | 12,3 | 22,3 | 6,3 | n.k | 2,3 |
| 1996 | 45,5 | 10,6 | 30,8 | 5,6 | 5,6 | 1,9 |
| 2001 | 55,6 | 10,8 | 22,6 | 7,9 | 2,2 | 0,9 |
| 2005 | 56,7 | 12,3 | 19,5 | 8,5 | 0,4 | 2,7 |
Der zehnte Bezirk führt einen sechsteiligen Schild. Neben den einzelnen Bezirksteilen beinhaltet das Wappen auch einen Herzschild, der im Gegensatz zu vielen anderen Bezirken auch ein Wappen für den gesamten Bezirk beinhaltet. Das Herzschild zeigt dabei die Spinnerin am Kreuz, das Wahrzeichen von Favoriten. Im linken oberen Wappenteil ist darüber hinaus auch das Wappen der ehemaligen Gemeinde Favoriten abgebildet. Es zeigt den Apostel Johannes, den Patron der Pfarrkirche am Keplerplatz, im blauen Gewand und einem grünen Mantel. In seinen Händen hält er Schreibfeder und ein Evangelienbuch, begleitet wird er von einem Adler. Rechts davon symbolisiert ein Schalenbrunnen auf blauem Grund den Bezirksteil Oberlaa. Er symbolisiert die Heilquellen und Kureinrichtungen des Gebiets. Im linken unteren Wappenteil symbolisiert wiederum ein roter Ringofen mit geschwungenem Bachlauf den Bezirksteil Rothneusiedl. Das Wappen steht dabei für die bedeutende Ziegelindustrie am Wiener- und Laaer Berg. Daneben findet sich auf goldenem Grund ein rotes Malteserkreuz. Diese steht für den Bezirksteil Unterlaa und symbolisiert den Malteserorden, der Ende des 13. Jahrhunderts die Grundherrschaft über Unterlaa erwarb. Als letzter Wappenteil steht eine, mit Ähren besteckte, goldene Weintraube für den Bezirksteil Inzersdorf-Stadt. Wie in vielen anderen Wiener Wappen repräsentiert auch das Wappen von Inzersdorf die Bedeutung des Weinbaus in diesem Gebiet.
Favoriten ist seit 150 Jahren stark vom Verkehr bestimmt: Teile der Südbahn und der Ostbahn sind bis heute im Norden und Osten Bezirksgrenzen, im Süden ist es die Donauländebahn. Vom Stadtzentrum her kann man den Bezirk nur durch Bahnunterführungen erreichen. Aus dem großen Ostbahnareal wird mit dem Bau des neuen Hauptbahnhofes ein neuer Stadtteil. Der Frachtenbahnhof Matzleinsdorf (an der Südbahn) und der größere Teil des Zentralverschiebebahnhofs Wien Kledering (an der Ostbahn) befinden sich ebenfalls auf dem Gebiet des 10. Bezirks.
In Favoriten wurde auch das erste Teilstück des U-Bahn-Neubaues eröffnet: Im Februar 1978 nahm die Linie U1 auf der Teilstrecke Reumannplatz (beim Amalienbad) – Keplerplatz – Südtiroler Platz (Bezirksgrenze) – Taubstummengasse (4. Bezirk) – Karlsplatz (1./4. Bezirk) den Betrieb auf.
Die Wiener Linien bedienen Favoriten auch mit den Straßenbahnlinien O, 6, 18, 65 und 67 sowie zahlreichen Autobuslinien, die Bundesbahnen mit den Schnellbahnhaltestellen Südbahnhof, Südtiroler Platz und Matzleinsdorfer Platz.
Für den Autoverkehr sind die Ausfallstraßen Triester Straße (Bundesstraße 17, bis zur Eröffnung der A2 Südautobahn die meistgenannte Straße Österreichs), Laxenburger Straße und Favoritenstraße wichtig. Direkt nördlich der Bezirksgrenze verläuft der Gürtel, die Hauptverkehrsstraße, die die inneren Bezirke Wiens begrenzt. Seit den 1970er Jahren quert die meistbefahrene Straße Österreichs, die A23 Südosttangente, den 10. Bezirk tangential. Seit 2006 verbindet die Schnellstraße S1 an der südlichen Bezirks- und damit Stadtgrenze die A2 Südautobahn mit der A4 Ostautobahn.
Der Bezirk Favoriten verfügt im Bereich des Laaer Berges und des Wienerberges über ausgedehnte Parkanlagen und naturnahe Erholungsflächen. Sie sind Bestandteil des Wiener Wald- und Wiesengürtels und werden grob in das Erholungsgebiet Wienerberg und den Großerholungsraum Laaerberg gegliedert. Das größte Gebiet nimmt das etwa 117 Hektar große Erholungsgebiet Wienerberg ein. Das Areal wurde ursprünglich für den Lehmabbau und die Ziegelproduktion verwendet, nach der Stilllegung des Abbaus wurden die Lehmgruben jedoch zunächst als Schutt- und Mülldeponien verwendet. Nach einem städtebaulichen Ideenwettbewerb wurde das Areal in den 1980er Jahren in ein Erholungsgebiet mit 16,1 Hektar Wasserflächen umgewandelt. 90 Hektar des Erholungsgebietes wurden 1995 als "geschützter Landschaftsteil" ausgewiesen, in denen gefährdete Arten wie der Große Feuerfalter und die Europäische Sumpfschildkröte leben. Charakteristisch sind zudem die als Naturdenkmal geschützten Trockenrasenflächen. An den Wienerberg schließt sich der lang gezogene Johann-Benda-Park (52.000 m²) an, der das Erholungsgebiet Wienerwald mit der Heuberggstätten verbindet. Die naturnah gestaltete Anlage mit einem Wasserspielplatz entstand auf den ehemaligen Wienerberggründen und ist Teil des Grünzuges im Süden Wiens, der von der Heuberggstätten östlich der Laxenburgerstraße, einer rund 304.000 m² großen, extensiv gepflegten, naturnahen Anlage fortgesetzt wird.
Östlich des Wienerbergs schließt sich der Großererholungsraum Laaerberg mit dem Kurpark Oberlaa, dem Volkspark Laaerberg und dem Laaer Wald an. Der Laaerberg war ursprünglich mit Eichenmischwald bedeckt, der im 17. und 18. Jahrhundert gerodet wurde. Ab 1740 wurde das Gebiet wie der Wienerberg für die Ziegelproduktion genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war nur noch ein letzter Rest des ehemaligen Flaumeichenwaldes erhalten, der unter Naturschutz gestellt wurde. In den 1950er Jahren begann die Aufforstung. Im Westen der Großerholungsraums liegt der Volkspark Laaerberg. Der rund 220.000 m² große Landschaftspark wurde am Südhang des Laaerberges angelegt. In nordöstlicher Richtung schließt das 39,6 Hektar große Erholungsgebiet Laaer Wald an, das über rund drei Hektar Wasserfläche verfügt. Das Gebiet verfügt über vier Eingänge (Tore) die am Abend geschlossen werden. Das Gelände umfasst auch den zwischen 1880 und 1890 errichteten Vergnügungspark Böhmischer Prater und die Löwygrube, eine naturnahe, extensiv gepflegte kinder- und jugendfreundliche Erholungsanlage. Im Südosten des Laaerbergs liegt der Kurpark Oberlaa. Der 860.000 m² große Park wurde im Zuge der "Wiener Internationale Gartenschau 1974" auf einem ehemaligen Ziegeleigelände angelegt.
Neben den naturnahen Flächen beherbergt Favoriten auch einige klassische Stadtparks (sogenannte Beserlparks). Hierzu zählen der Wielandpark und der Laubepark mit jeweils rund 5.000 m2. Rund doppelt so groß ist der Arthaberpark, der zu Ehren des Industriellen, Kunstsammlers und Gartenliebhabers Rudolf von Arthaber benannt wurde. An der Liesing wurde 2005 ein Wasserspielplatz für Kinder eröffnet. Der rund 40.000 m² große Waldmüllerpark geht auf einen Friedhof der josephinischen Zeit, den Katholischen Leichenhof Matzleinsdorf zurück. Der Friedhof war Jahrzehnte nach seiner Schließung in einen Park umgewandelt und 1923 eröffnet worden. Die beiden letzten bestehenden Friedhöfe auf dem Bezirksgebiet sind der Evangelische Friedhof Matzleinsdorf und der Friedhof Oberlaa, der auf eine Anlage aus dem Mittelalter zurückgeht.[5]
Das Bezirksmuseum Favoriten beleuchtet verschiedene Seiten der Bezirksgeschichte. Zu den Schwerpunkten der Ausstellung gehören unter anderem die Geologie und Paläontologie sowie Fauna und Flora des Bezirkes, die Geschichte der Wirtschaft – insbesondere der Ziegelproduktion – sowie volkskundliche Objekte aus den Bezirksteilen. Ebenfalls in Favoriten befindet sich das „Österreichische Privatmuseum für Schreib- und Rechenmaschinen“. Die Johanneskirche Unterlaa bietet einen archäologischen Schauraum sowie Ausgrabungen aus der Römerzeit und dem Mittelalter. Im Waldmüllerpark können im Gräberhain sehenswerte Grabmäler aus dem aufgelassenen Katholischen Friedhof Matzleinsdorf besichtigt werden.
In Favoriten ist insbesondere der Fußballsport tief verwurzelt. So war bis 1937 fast jeder fünfte Nationalspieler Österreichs ein Favoritner, sodass der Bezirk von Friedrich Torberg als „Kornkammer des österreichischen Fußballs“ bezeichnet wurde. Damit geht auch die bemerkenswerte Tatsache einher, dass es bis heute 8 verschiedene Favoritner Klubs einmal in der höchsten österreichischen Spielklasse spielten (insgesamt 78). Kurioserweise konnte allerdings nie ein Favoritner Klub einen Titel gewinnen, wenngleich Rudolfshügel 1919 und FC Wien 1942 als Vizemeister nur knapp scheiterten und sich Slovan 1924 erst in der Verlängerung des ÖFB-Cups den Amateuren 6:8 geschlagen geben musste. International bekannte Fußballer aus Favoriten sind insbesondere Matthias Sindelar (Hertha), Josef Bican (Hertha) und Walter Zeman (Wienerberger/FC Wien). Ehemalige Favoritner Fußball-Erstligisten waren der SpC Rudolfshügel (1912-23, 1925-27), ASV Hertha Wien (1912-24, 1926, 1928-30), SK Slovan Wien (1924-29, 1931-32, 1950), der FC Wien (1929-38, 1940-44, 1946-56, 1958), der Favoritner Sportclub (1935), der FavAC (1936-38, 1984-85), SC Rapid Oberlaa (1946, 1948-50) und Favoritner SK Blau-Weiß (1952).
Seit 1982 ist Favoriten auch die Heimat des FK Austria Wien, nach dem SK Rapid Wien der erfolgreichste Fußballklub Österreichs. Die Heimspiele der Austria werden im Franz-Horr-Stadion ausgetragen. Weitere wichtige aktive Fußballklubs sind der SV Wienerberger (Regionalliga (2007/08), KSV Ankerbrot Montelaa und der Favoritner AC (beide Wiener Stadtliga 2007/08). Neben dem Fußball ist auch der österreichische Volleyballrekordmeister Aon hotVolleys Wien in Favoriten angesiedelt. Die Meisterschaftsspiele werden im Matsumae Budocenter ausgetragen, in dem auch zahlreiche Budō-Kampfsportarten unterrichtet werden. Angrenzend befindet sich der MBC Sport & Erholungspark Wienerberg, der unter anderem über eine 9-Loch-Golfanlage sowie Tennis- und Squashplätze verfügt. Weitere Sportanlagen sind die Kurt-Kucera-Halle und die Sportanlage Windtenstraße. Auf der Heimstätte des Bahnengolfclubs Union Rot-Gold werden regelmäßig nationale und internationale Meisterschaften ausgetragen.
Der gebürtige Favoritner Kurt Tichy gründete 1952 seinen ersten Eissalon zwar im Nachbarbezirk Simmering, eröffnete aber bereits 1955 jenen am Reumannplatz, der noch heute besteht und einer der bekanntesten Wiens ist. Das Wiener Original Baron Karl war als obdachloser Stadtstreicher zwar in Favoriten nicht im engeren Sinn wohnhaft, verstand den Bezirk aber als seine Heimat und liegt heute auf dem Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf begraben.
Der Fußballspieler und Kapitän des Wunderteams Matthias Sindelar wuchs in Favoriten auf und startete seine Karriere beim hiesigen Verein ASV Hertha. Josef Bican, der für die österreichische und später für die tschechoslowakische Nationalmannschaft spielte, wohnte als Kind ebenso wie der rund 10 Jahre ältere Sindelar in der Favoritner Quellenstraße. Der Rekordtorschütze der österreichischen Fußballnationalmannschaft Toni Polster wuchs hier auf und begann seine Laufbahn bei Austria Wien.
Der sozialdemokratische Politiker Jakob Reumann war von 1919 bis 1923 Bürgermeister von Wien. Wenige Woche nach seinem Tod im Jahr 1925 wurde der Bürgerplatz in seinem Heimatbezirk Favoriten in Reumannplatz umbenannt. Johann Pölzer der Ältere hatte bis zu seinem Tod 1934 verschiedene politische Ämter und Funktionen inne, unter anderem war er 37 Jahre lang Obmann der sozialdemokratischen Bezirksorganisation in Favoriten. Der gebürtige Favoritner Helmut Zilk war Unterrichtsminister und von 1984 bis 1994 Wiener Bürgermeister. Der vormalige FPÖ- und nunmehrige BZÖ-Politiker Peter Westenthaler stammt ebenfalls aus Favoriten.
Der im Bezirk geborene Historiker Felix Czeike ist Autor zahlreicher Bücher und Publikationen zum Thema Wiener Stadtgeschichte. Der Kabarettist und Schriftsteller Gerhard Bronner wuchs in der Senefeldergasse auf und lernte eigenen Aussagen zufolge erst in der Mittelschule hochdeutsch zu sprechen, nachdem er bis dahin nur den Favoritner Dialekt beherrschte. Ein weiterer gebürtiger Favoritner ist der Schriftsteller Alois Vogel, dessen Werke vielfach das Österreich der Zwischenkriegszeit und seine eigene Jugend in Wiens Arbeiterbezirken widerspiegeln. Der Schriftsteller Daniel Glattauer, der vor allem durch seine Kolumnen in der Tageszeitung Der Standard bekannt ist, wuchs in Favoriten auf und besuchte die Neuland-Schule am Laaer Berg. Auch die Kabarettisten Andreas Vitásek, Roland Düringer[6] und Günther Paal[7] sind im 10. Bezirk aufgewachsen.
I. Innere Stadt | II. Leopoldstadt | III. Landstraße | IV. Wieden | V. Margareten | VI. Mariahilf | VII. Neubau | VIII. Josefstadt | IX. Alsergrund | X. Favoriten | XI. Simmering | XII. Meidling | XIII. Hietzing | XIV. Penzing | XV. Rudolfsheim-Fünfhaus | XVI. Ottakring | XVII. Hernals | XVIII. Währing | XIX. Döbling | XX. Brigittenau | XXI. Floridsdorf | XXII. Donaustadt | XXIII. Liesing
Koordinaten: 48° 9' 28" N, 16° 21' 33" O
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."