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Goldene Regel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Goldene Regel (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als goldene Regel wird allgemein ein wichtiger Merkspruch oder ein markantes Motto bezeichnet. Im engeren Sinne bezieht sich die Bezeichnung aber auf die moralische Regel, die zum Sprichwort geworden ist in dem Bibelwort

Was du nicht willst,
dass man dir tu,
das füg auch keinem andern zu.[1]

Die goldene Regel ist in mannigfaltigen Variationen Grundbestandteil der ethischen Vorstellungen vieler Religionen. Einerseits ist sie von Kants kategorischem Imperativ zu unterscheiden, denn die goldene Regel bezieht sich auf den Einzelnen (und sein Gegenüber), nicht auf ein allgemeines Sittengesetz. Andererseits erhebt auch die goldene Regel formal einen universellen Geltungsanspruch und abstrahiert vom konkreten Einzelfall. Manche bezeichnen sie als volkstümliche Variante des kategorischen Imperativs. Für viele Philosophen stellt die goldene Regel den Kern von Moral dar, weil sie an die menschliche Vorstellungskraft, Einfühlung, Gegenseitigkeit und Folgenbewusstsein appelliert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Der Inhalt der Goldenen Regel

Anhand dieser Regel prüft man die moralische Zulässigkeit einer bestimmten eigenen Handlung in Bezug auf andere Menschen, indem man sich fragt, ob man seinerseits von ihnen in dieser Weise behandelt werden möchte. Wenn man das nicht will, dann ist die Handlung unmoralisch und man soll sie unterlassen. So kann jeder aus seinen eigenen Abneigungen konkrete moralische Normen für das eigene Handeln ableiten. Wenn ich z. B. selbst nicht will, dass man mich anschreit, so soll ich es gemäß der Goldenen Regel auch meinerseits unterlassen, andere anzuschreien.

Bei gleichartigen Abneigungen der Einzelnen führt die Anwendung der Goldenen Regel durch verschiedene Personen zu übereinstimmenden Ergebnissen. Da sie einfach anzuwenden ist, leistet sie in der moralischen Erziehung gute Dienste.

[Bearbeiten] Beispiele

[Bearbeiten] Religionen

Die Goldene Regel ist in den meisten Weltreligionen fest verankert. Daher wurde sie auch im Projekt Weltethos von Hans Küng und der „Erklärung zum Weltethos“ durch das Parlament der Weltreligionen von 1993 wichtig. Aus der Goldenen Regel werden hier vier Prinzipien als „unverrückbare Weisungen“ entwickelt:

  1. Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben
  2. Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung
  3. Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit
  4. Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau

Zwischen den einzelnen Versionen sind leichte, aber relevante Unterschiede feststellbar. So ist die Bahá'í-Variante wie auch die aus der Bergpredigt entnommene christliche positiv formuliert und fordern nicht nur das Nichttun dessen, was selbst nicht gewünscht wird, sondern auch das Tun dessen, was man selbst erstrebt.

[Bearbeiten] Chronologie verwandter Regeln

[Bearbeiten] Kritik an der Goldenen Regel

In präferenzutilitaristischen Theorien (wie Peter Singers Praktische Ethik) wurden diverse Präzisierungen und Modifikationen vorgeschlagen. Auch einige deontologische Theorien wie die kantische Ethik haben einige der vorbenannten Probleme nicht.

[Bearbeiten] Positive und negative Form

Die positive Form der Goldenen Regel kann man in die Worte fassen: „Behandele andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest!“ Daraus können Gebote in Bezug auf das eigene Handeln abgeleitet werden. Man kann sich z. B. fragen, ob man andere Menschen höflich behandeln soll. Wenn man selbst höflich behandelt werden möchte, dann soll man gemäß der positiven Goldenen Regel auch andere höflich behandeln.

Die positive Formulierung der Goldenen Regel führt jedoch noch deutlicher als die negative Formulierung in vielen Fällen zu inakzeptablen Ergebnissen. Ein Beispiel: Ich hätte es gern, wenn mir mein Nachbar monatlich 1000 € schenkt. Gemäß der positiv formulierten Regel müsste ich in diesem Fall meinem Nachbarn meinerseits monatlich 1000 € schenken. Eine Möglichkeit, auf derartige Probleme zu reagieren, sind weitere Universalisierungsforderungen, etwa, die Regel auf allgemeine Handlungsprinzipien anstatt konkrete Wünsche wie im voranstehenden Beispiel zu beziehen, oder aber sie nur auf selbst wiederum moralisch legitime Wünsche zu beziehen.

Die negative Form „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg’ auch keinem andern zu“ fordert aktives Unterlassen ein: etwas ist bewusst nicht zu tun.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Tobias 4,16, hier laut Lutherbibel von 1984, Apokryphen
  2. Übersetzung von Fridolin Stier
  3. Siehe J.L. Mackie: Ethics. Harmondsworth 1977. Kapitel 4.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Goldene Regel - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Goldene Regel - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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