Eine Landschaft ist ein geographisches Gebiet, welches sich durch unterschiedliche Merkmale von anderen Gebieten abgrenzt.
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Der geographische Landschaftsbegriff ist relativ neu, ein Phänomen der Moderne[1] und nicht eindeutig definiert. Die Alexander von Humboldt zugesprochene Definition der Landschaft als „Totalcharakter einer Erdgegend“, wird in der Fachliteratur immer wieder pauschal erwähnt[2], ohne dass sie in Humboldts Schriften nachweisbar ist[3] Fassbar im geographischen Sinne ist der Begriff seit der Renaissance, während die Wortwurzel -schaft die frühere Bedeutung einer verfassten, organisatorischen Einheit nahelegt.
Der Landschaftsbegriff, der innerhalb der Geographie umstritten ist, hat seine Bedeutung primär in der Alltagssprache erlangt und ist mit semantischen Inhalten konnotiert, die letztlich auf physiognomische Begriffe wie Harmonie, Schönheit, Einheitlichkeit, Ganzheit, Eigentümlichkeit, Vielfalt und Abgrenzbarkeit hinauslaufen[4]. Umstritten ist dabei der ontologische Status der Landschaft als ein geographisches Gebiet, welches sich durch unterschiedliche Merkmale von anderen Gebieten abgrenzt, ob die landschaftliche Einheit in den kulturellen Gegenständen und geologischen Formationen selbst liegt oder im Bewusststein der Betrachter entsteht[5]
Sowohl in Literatur als auch in Fachbüchern wird Landschaft in vier Bedeutungen benutzt, denen gemeinsam ist, dass einer Landschaft ein einheitlicher Charakter zukomme:
Die letzteren Begriffe, das optische Erscheinungsbild einer Gegend und deren Rezeption durch einen Betrachter, präzisiert man als Landschaftsansicht, Landschaftsbild, sie gehen in dieser Form auf die Landschaftsmalerei zurück, die sich im Laufe des 17. Jahrhunderts als eigenständiges künstlerisches Sujet in den Niederlanden entwickelt. Dafür stehen holländisch landshap, englisch landscape, die das deutsche Wort – auch im wissenschaftlichen Kontext – beeinflussen.
In der Landschaftsgeographie wird Landschaft als Grundlage menschlicher Existenz und Ausdruck menschlicher Handlungen und Ordnungsvorstellungen betrachtet. Dabei wird Landschaft einerseits als statischer Idealzustand betrachtet, wobei Landschaften, die diesem entsprechen, gewöhnlich als ‚gesunde Landschaft’ bezeichnet werden. Andererseits wird Landschaft in ständiger Dynamik begriffen, weil die landschaftlichen Objekte der Nutzung unterliegen. Dieser Widerspruch liegt im Landschaftsbegriff begründet, der ästhetische Aspekte mit materiellen Eigenschaften eines Raumausschnitts verknüpft[6]. Dadurch wurde es möglich, dass der Landschaftsbegriff zugleich normative Aspekte erhielt[7], wie sie z. B. in der Landespflege und Landschaftsarchitektur, im Heimat- und Naturschutz virulent wurden. Dieser Landschaftsbegriff bildet den semantischen Hintergrund, von dem aus weitere Bestimmungen abgeleitet werden.
Man unterscheidet zwischen natürlichen (Naturlandschaft), die wiederum in anorganische Landschaften (Wüste, Salzsee, Eiswüste) und organische Landschaften (Regenwald, Savanne) unterteilt werden, und vom Menschen geprägten Landschaften (Kulturlandschaft)[8]. In diesem Sinne stellt Landschaft ein Areal dar, in dem sich typische Merkmale, Muster oder Strukturen wiederholen, und umfasst physikalische, biogene und anthropogene (einschließlich soziogener) Strukturen[9], beispielsweise geomorphologische (Felsen, Sand, Hügel, Ebene), ökologische (Wasser, Wald, Wiese) und technische (Steinmauern, Uferverbauungen, Häuser, Straßen) Landschaftselemente.
In der Schweiz und Deutschland wird mit Landschaft auch ein geographisch-politischer Raum benannt, z.B. der Kanton Basel-Landschaft, der sich südlich an den Kanton Basel-Stadt anschließt; hier bedeutet Landschaft auch "das im Basler Land wohnende Volk". Auf die politisch-räumliche Bedeutung von Landschaft nehmen in Deutschland die Landschaftsverbände Bezug[10]. Der Begriff Region „Gegend, Gebiet, Bezirk“[11] ist weitgehend synonym, wird aber je nach Autor auch entweder als nicht offenkundiges Gebilde der Landschaft entgegengesetzt (etwa als politische Region, insbesondere als Übersetzung fremdsprachiger Ausdrücke), oder im Sinne der modernen Regionalgeographie dem Begriff Landschaft übergeordnet. Auch Landstrich steht weitgehend für denselben Begriffsinhalt wie „Region“ und „Landschaft“.
Landschaften können Eigennamen, so genannte Toponyme, tragen wie zum Beispiel der Harz. Gleichzeitig ist aber der Harz ein Mittelgebirge oder - wissenschaftlich typisierend - eine Mittelgebirgs- oder Berglandschaft. Genauso gut kann man den Harz unter Waldlandschaft einordnen.
In den Beispielen Glogau-Baruther Urstromtal, Nördlicher Landrücken oder Saarmunder Endmoränenbogen finden wir wissenschaftlich, vor allem durch die Geologie geprägte Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch kaum Verwendung finden.
Gleichwohl gilt dies für allgemein-geographische Karten hinsichtlich der Beschriftung. Dennoch aber spielen diese, weil sie typische Naturräume mit gemeinsamen Merkmalen benennen, eine Rolle. Sowohl für das Glogau-Baruther-Urstromtal als auch den Nördlichen Landrücken gibt es quasi „Untermengen“, die durchaus allgemeine Gültigkeit und Bekanntheit vorweisen können (Baruther Urstromtal, Spreewald für ersteres, Feldberger Seenlandschaft für das zweite Beispiel). Dazu kommt erschwerend, dass natürliche Landschaftsgrenzen in der Natur nicht unbedingt zu finden sind: Diese sind meist auch Klimascheiden, etwa in Gebirgslandschaften.
Den Landschaftsbegriff noch diffuser gestaltend wirkt sich die Tatsache aus, dass von Großlandschaften und Kleinlandschaften in der wissenschaftlichen Literatur die Rede ist. Die Wissenschaft versucht ebenfalls, Landschaften in einer Art Staffelung zu klassifizieren. In kleineren Landschaftsräumen wie z. B. Kaiserstuhl besteht hinsichtlich ihrer Lage und ihrer Begrenzung weitgehend Einigkeit. Problematischer wird es bei größeren Landschaftsräumen. Was alles umfasst Mitteldeutschland oder Mitteleuropa? Eine Art Taxonomie, wie in der Biologie üblich, ist unbefriedigend und bleibt unvollständig, gelingt nur teilweise, da Landschaften über zu viele natürliche und kulturelle Merkmale in der Gesamtheit verfügen.
Damit wird deutlich, dass in der deutschsprachigen Wissenschaft der Geographie ab den 1950er Jahren der Begriff „Landschaft” einer weitreichenden Diskussion unterzogen wurde, eine Diskussion, die bis in die heutige Zeit ihre Auswirkungen zeitigt. Um den Raumbegriff insgesamt näher zu spezifizieren, konnte dem Begriff „Landschaft” jedoch keine befriedigende, eindeutige Definition zugeordnet werden.
Landschaften oder naturräumliche Einheiten lassen sich am besten mit Hilfe der naturräumlichen Gliederung abgrenzen und darstellen, die allerdings die kulturellen Belange unberücksichtigt lässt.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."