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Trimipramin :

femme russe

Trimipramin

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Strukturformel
Strukturformel von Trimipramin
Allgemeines
Freiname Trimipramin
Andere Namen
  • (RS)-3-(10,11-Dihydro- 5H-dibenz[b,f]azepin-5-yl)- N,N,2-trimethylpropylamin) (IUPAC)
  • (±)-3-(10,11-Dihydro- 5H-dibenz[b,f]azepin-5-yl)- N,N,2-trimethylpropylamin)
  • rac-3-(10,11-Dihydro- 5H-dibenz[b,f]azepin-5-yl)- N,N,2-trimethylpropylamin)
Summenformel C20H26N2
CAS-Nummer 739-71-9
PubChem 5584
ATC-Code

N06AA06

DrugBank APRD00498
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Trizyklisches Antidepressivum, Anxiolytikum

Wirkmechanismus

Blockiert Serotonin-, Dopamin- und α-Adrenozeptoren.

Fertigpräparate
  • Surmontil® (CH, D)
  • Herphonal® (D)
  • Stangyl ® (D)
  • Trimipramin-Generika (D)
  • Trimipramin-neuraxpharm® (D)
Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 294,434 g·mol−1
Schmelzpunkt

45 °C [1]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Xn
Gesundheits-
schädlich
R- und S-Sätze R: 22-36/37/38-63
S: 26-36
Bitte beachten Sie die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln
LD50

250 mg·kg−1 (Maus, peroral) [1]

WGK 3 (stark wassergefährdend) [2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Trimipramin ist ein Dibenzazepin, welches als Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva verwendet wird. Seine Wirkung ist vor allem stark dämpfend und angstlösend.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wirkung

Trimipramin blockiert im Zentralnervensystem verschiedene Serotonin-, Dopamin- und α-Adrenozeptoren. Die Monoamin-Rückaufnahme aus dem synaptischen Spalt in die präsynaptischen Vesikel wird nicht beeinflusst. Somit ist der antidepressive Wirkmechanismus anders als der anderer trizyklischer Antidepressiva. Außerdem wirkt Trimipramin anticholinerg und antihistaminisch; es hat daher aber folglich auch die charakteristischen Begleit- und Nebenwirkungen der übrigen trizyklischen Antidepressiva.

Aufgrund der vergleichsweise geringeren Beeinflussung von Serotonin und Noradrenalin sind die antidepressiven Effekte weniger ausgeprägt. Daher findet es vor allem bei ängstlich-agitierten Depressionen mit Unruhe, Änstlichkeit, Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen, aber auch zur Behandlung von monosymptomatischen Schlafstörungen seinen Einsatz.

Die Halbwertszeit von Trimipramin im menschlichen Körper beträgt ca. 23 Stunden.[3]

[Bearbeiten] Indikationen

Trimipramin ist zugelassen zur Therapie von Depressionen, vornehmlich wenn Angst und Schlafstörungen als Symptome im Vordergrund stehen.

Es kann in niedriger Dosis auch adjuvant zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt werden.

Die Anwendung als Hypnotikum ist im psychiatrischen Bereich ausgesprochen populär. Da aber auch nach jahrelangem Off-Label-Use keine verwertbaren Wirksamkeitsnachweise vorliegen und die behaupteten Verträglichkeitsvorteile gegenüber Doxepin u. a. nie belegt werden konnten, existiert weiterhin keine Zulassung als schlafförderndes Mittel.

[Bearbeiten] Gegenanzeigen

Trimipramin darf nicht eingenommen werden:

[Bearbeiten] Unerwünschte Wirkungen

Trimipramin hat vor allem vegetative Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Hypotonie, Tachykardie, Mydriasis und Akkommodationsstörungen, Magen-Darm-Probleme, Miktionsstörungen, usw.).

Außerdem treten manchmal Blutbildveränderungen (Leukopenie, Agranulozytose) auf, ferner Gewichtszunahme (vorwiegend durch Wassereinlagerung) sowie Stimmungsschwankungen.

[Bearbeiten] Darreichungsformen, Dosierung

Trimipramin ist als Generikum sowie als Originalpräparat Stangyl® verfügbar. Die Einnahme erfolgt oral in Form von Tabletten, Dragees oder Lösung.

Die Anfangsdosis beträgt 25–50 mg; sie wird häufig schnell auf 100 mg gesteigert. Die mittlere Tagesdosis liegt bei leichten bis mittelschweren Depressionen bei 150 mg, kann aber als Erhaltungsdosis, nach erfolgtem Ansprechen auf die Pharmakotherapie, auch deutlich darunter liegen. Maximal können 400 mg täglich gegeben werden, speziell bei stationärer Behandlung. Die Tagesdosis wird hauptsächlich abends eingenommen, da die sedierende Wirkung sehr stark sein kann. Tagesmüdigkeit tritt dennoch fast immer auf, besonders zu Einnahmebeginn.

[Bearbeiten] Anwendung in der Schwangerschaft

Trimipramin darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Erfahrungen dafür vorliegen und begrenzte Untersuchungen an Tieren Hinweise auf Schädigungen der Nachkommenschaft (erhöhte Sterblichkeitsrate und Missbildungen) gezeigt haben[5]

[Bearbeiten] Klinische Relevanz der Wirkung

Die klinische Relevanz der Wirkung von Trimipramin wird – wie bei allen Antidepressiva – kontrovers debattiert.

[Bearbeiten] Genotoxisches Potential

Im Tierversuch führte Trimipramin zu Erbgutschäden. Möglicherweise erhöht die Einnahme von Trimipramin das Brustkrebsrisiko.[6][7]

[Bearbeiten] Herstellung und Stereochemie

Die Synthese erfolgt ausgehend von 10,11,Dihydro-5H-dibenz[b,f]azepin durch Deprotonierung mit Natriumamid und eine nucleophile Substitution mit racemischem 3-Dimethylamino-2-methylpropylchlorid.[8] Trimipramin enthält ein Stereozentrum, der Arzneistoff wird als Racemat [1:1-Gemisch der (R)- und der (S)-Form] eingesetzt, obwohl Enantiomere oft unterschiedliche physiologische Eigenschaften haben.[9]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Trimipramin bei ChemIDplus
  2. a b Datenblatt für Trimipramine maleate salt – Sigma-Aldrich 11.06.2008
  3. http://www.labor-lademannbogen.de/analysen/suche.action.detail.source.MEDIKAMENTE.u_id.1260.html
  4. Deutsche Fachinformation: Stangyl; Stand: März 2006
  5. Deutsche Fachinformation: Stangyl; Stand: März 2006
  6. http://www.cihr-irsc.gc.ca/e/documents/anti_breast_release.pdf Heavy exposure to some tricyclic antidepressants associated with elevated risk of breast cancer
  7. British Journal of Cancer, Volume 86, S. 92–97, Ausgabe vom 7. Januar, 2002
  8. Axel Kleemann, Jürgen Engel, Bernd Kutscher und Dietmar Reichert: Pharmaceutical Substances, 4. Auflage (2000), 2 Bände erschienen im Thieme-Verlag Stuttgart, ISBN 978-1-58890-031-9; seit 2003 online mit halbjährlichen Ergänzungen und Aktualisierungen.
  9. E. J. Ariëns: Stereochemistry, a basis for sophisticated nonsense in pharmacokinetics and clinical pharmacology, European Journal of Clinical Pharmacology 26 (1984) 663-668.

[Bearbeiten] Weblinks

Gesundheitshinweis
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